Umweltsenatorin Lompscher setzt Zeichen
Veröffentlicht am 2. Juli 2010Erfolg: Berlins Umweltsenatorin Karin Lompscher hat alle Berliner Bezirksbürgermeister aufgefordert, Zirkussen mit Wildtieren keine öffentlichen Flächen mehr zur Verfügung zu stellen. In einem jetzt publik gewordenen Brief betont sie zurecht, dass eine artgerechte Haltung von Wildtieren, »insbesondere von Affen, Elefanten, Giraffen, Nashörnern, Raubkatzen, Delfinen, Seelöwen und Flusspferden in Zirkussen nach übereinstimmender Expertenmeinung grundsätzlich nicht möglich ist«.
Senatorin Lompscher begründet ihren Vorstoß auch damit, dass die Bundesregierung trotz eines Bundesratsbeschlusses aus dem Jahre 2003 zum Thema nicht aktiv wird.
Die Initiative für ein Wildtierverbot gratuliert der Senatorin dazu, dieses wichtige Tierschutzthema nun aktiv anzugehen. Den angekündigten Klagen von Zirkusunternehmen sieht das Tierschutzbündnis gelassen entgegen und sichert der Senatorin ihre Unterstützung zu, denn Städte können die Vergabe von öffentlichen Flächen aus sachlichen Gründen verweigern. Die hundertfach dokumentierte nicht artgerechte Haltung von Wildtieren ist ein solcher Grund.
Das Hauptproblem bleibt allerdings, dass die Bundesregierung, allen voran das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, weitestgehend untätig bleibt. Die Einführung eines Zentralregisters ist keine Lösung, während ein komplettes Wildtierverbot unter Bezugnahme auf § 2 des Tierschutzgesetzes problemlos möglich wäre.
Die Initiative für ein Wildtierverbot hofft, dass der Vorstoß von Karin Lompscher auch bundespolitische Auswirkungen hat und fordert Bundesministerin Aigner erneut auf, ein Wildtierverbot in die Wege zu leiten. Wie bereits viele Zirkusunternehmen in Deutschland und weltweit beweisen, ist ein Zirkus ohne Wildtiere durchaus umsetzbar.

