Schleswig-Holstein für Wildtierverbot in Zirkussen
Veröffentlicht am 20. Oktober 2009
Gute Nachrichten für Wildtierfreunde: Die künftige schwarz-gelbe Landesregierung von Schleswig-Holstein hat in ihren Koalitionsverhandlungen beschlossen, für ein Haltungsverbot von Wildtieren in Zirkussen einzutreten.
Folgendes wurde zum Thema Tierschutz im Koalitionsvertrag festgehalten: „CDU und FDP sehen sich dem Tierschutz besonders verpflichtet. Zur Verbesserung des Tierschutzes werden die bestehenden Rechtsgrundlagen evaluiert und ggf. angepasst. CDU und FDP wollen die Bürgerinnen und Bürger vor verantwortungslosen Hundehaltern schützen. Die Rasseliste hat sich dafür als nicht geeignet erwiesen und wird daher im Gefahrhundegesetz abgeschafft. CDU und FDP setzen sich dafür ein, dass die Zahl der Tierversuche das notwendige Maß nicht überschreitet. Wir werden uns für ein Haltungsverbot von Wildtieren in Zirkusbetrieben einsetzen.“
Damit setzt Schleswig-Holstein Maßstäbe für viele andere Landesregierungen. Auch aus dem Berliner Senat mehren sich die Stimmen, dass man sich gegen Wildtiere in Zirkussen aussprechen möchte. Die Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher appelliert an Zirkusse, keine großen Wildtiere mit sich zu führen und setzt sich für ein bundesweites Verbot ein. Der tierschutzpolitische Sprecher der SPD, Daniel Buchholz, sagt: „Berlin kann selbst handeln. Die Bezirksämter sollten bezirks‑ und landeseigene Flächen Zirkussen nur dann zur Nutzung überlassen, wenn diese bestimmte Wildtierarten wie Bären, Affen, Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Großkatzen und Giraffen nicht mitführen.“ Und auf dem 2. Berliner Tierschutztag haben u.a. auch Vertreter von FDP, Grünen und CDU deutlich gemacht, das Thema innerhalb der nächsten 12 Monate entschieden voranbringen zu wollen.
Die Initiative für ein Wildtierverbot hofft diesbezüglich auf eine rasche Umsetzung und auch darauf, dass sich immer mehr Landesregierungen auf Bundesebene für ein Verbot einsetzen werden. Da unklar ist, wann sich eine bundesweite Regelung umsetzen lässt, sind die Landesregierungen gefordert, Eigeninitiative zu zeigen.
