Lehren aus dem Tiger-Angriff

Veröffentlicht am 11. Dezember 2009

tiger3In dieser Woche haben Tiger einen Dompteur beinahe getötet. In vielen Zeitungsartikeln (eine kleine Auswahl finden Sie hier) ist zu lesen, dass Journalisten, Verbände und Politiker den einzig richtigen Schluss ziehen: Ein Wildtierverbot in Zirkussen ist überfällig.

Dabei muss betont werden, dass der aktuelle Fall nur die Spitze des Eisbergs darstellt: Unfälle mit und Ausbrüche von Wildtieren kommen immer wieder vor. Die Gefahren, die von Zirkussen mit Wildtieren ausgehen, sind allein schon ein Grund für die Politik, ein Verbot zu erlassen.

Hinzu kommt das noch grundlegendere Argument, dass Wildtiere einfach nicht in Zirkusse gehören: Es herrschen die falschen klimatischen Bedingungen, die Tiere müssen ständig den Stress von Transporten über sich ergehen lassen, sie werden auf ein Minimum an Platz und Beschäftigung reduziert und müssen oft Gewalt und schädliche Kunststücke über sich ergehen lassen.

So begrüßt die Initiative für ein Wildtierverbot in Zirkussen, dass der Berliner Senat das Problem erkannt hat. Auf eine kleine Anfrage der CDU antwortete Dr. Benjamin-Immanuel Hoff für den Senat u.a., dass es allein in Berlin in den letzten fünf Jahren 144 Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bzw. gegen die Zirkusleitlinien gegeben hat, dass viele Zirkusbetriebe nicht in der Lage oder nicht willens sind, die (aus tierschutzsicht vollkommen unzureichenden) Mindestanforderungen zu erfüllen, und dass insbesondere Affen, Elefanten, Giraffen, Nashörner, Raubkatzen, Delfine, Seelöwen und Flusspferde nicht art‑ und tierschutzgerecht gehalten werden können.

Auf diese Erkenntnis muss jetzt folgen, dass der Senat umgehend entweder selbst ein Wildtierverbot erlässt, oder er sich zumindest auf Bundesebene massiv für ein deutschlandweites Verbot einsetzt.

Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition für ein Wildtierverbot in Zirkussen.